Oberst Stern

Booking Agent:
Valentin Geiseder
valentin.geiseder@nullspoon-agency.at
+43 680 300 1511

 

Draußen vor der Stadt lebt er, der Oberst. Den Abstand gönnt er sich, den braucht und genießt der Oberst. Oberst Stern, um genau zu sein. So wie das Licht im Dunkeln. Da draußen pflegt er die Autorität des Außenstehenden und gönnt sich den Luxus, nicht jeden Blödsinn mitzumachen. Oberst Stern ist das Gegenteil eines Renaissancemannes. Eine bewusste Entscheidung. Anstatt zu jedem Thema Senf abzudrücken, versagt er sich, wo er nicht kann oder will. Sollen doch die anderen.

Der Oberst sieht zu und wundert sich, wie die Massen freiwillig ins Netz der Meinungsfischer gehen. Die verheißene Freiheit begreift er als Gefangenschaft, als tiefes, trübes Wasser. Was die Vernunftlosen dort
als Meinungsfreiheit zelebrieren, amüsiert ihn an guten Tagen, doch die Tendenz geht in Richtung Ekel. Wie kann man nur? Verkauft wird der Welt das Geblubber dieser zappelnden Fische als Vielfalt, als breites Angebot, doch der Oberst ist kein Kunde. Die Dummheit wird mit der Menge ihres Auftretens nicht besser oder gescheiter. Oberst Stern versagt sich da. Er sagt öfter Nein als Jawohl. Er ist ein Freigeist mit Regeln. Ein Mann von Moral, ohne sauren Beigeschmack, ohne Bitterkeit. Stern hält es mit Einstein: „Wir sollten
uns öfter fragen, ob es richtig ist, nur weil es alle tun.“ Was für Albert gut war, reicht dem Oberst allemal.

Oberst Stern singt, was ihm sein Gemüt diktiert: im Dialekt. Doch statt Bradlgeige oder Jammerquetsche transportiert ein Synthesizer seinen Vortrag. Oberst Stern gibt uns kalt und warm, mit echtem Gefühl statt
falscher Sensibilisierung. Wer will, kann tanzen, wer nicht will, auch gut. Beides gilt.

Die Musik des Oberst Stern ist so entspannt wie zwingend. Nur das Notwendigste, das aber mit Liebe und Gefühl kredenzt. Minimalismus zum Zwecke maximaler Wirkung. Er lässt uns „taunzn und springan“,
und am Ende erreicht einen dieselbe Rührung wie ihn, wenn er zugibt: „Mei Herz, es tropft.“