DENA

DENA ist zurück mit der neuen EP “Trust”, die am 2.9.2016 auf Normal Surround erscheint. Der Release ist der Nachfolger ihres am 2014 veröffentlichten Albums „Flash“!

 

Noch vor dem EP Release erscheint der Lead Track ‘Lights, Camera, Action’. Ein Pop Track, der die Stimmung der EP sehr gut verkörpert. DENA schrieb den Track in Los Angeles, aus der Perspektive einer Regisseurin für das eigene Liebesleben, inspiriert von der Feststellung, dass das Leben und die Liebe heutzutage zunehmend dem Dogma der guten Präsentation unterworfen werden.

 

“I realized that it’s so much about the quick moment of presentation these days, that even love sometimes can feel like a casting, for a movie we are all starring in. So I wrote about me being the director of my own movie and casting for ‘The One’.”

 

Die in Bulgarien geborene und in Berlin ansässige Sängerin und Produzentin Denitza Todorova alias DENA, wurde vor einigen Jahren durch ihren Gesangsbeitrag auf den beiden Alben von Erlend Øyes Band The Whitest Boy Alive bekannt. Ihre neue EP Trust wurde in New York aufgenommen, unter Mithilfe von Mitgliedern der Gruppen LCD Soundsystem und Hercules And Love Affair. Ursprünglich als Demos angelegt, wurden die Tracks in New York von Andrew Rapaso in den Midnight Sun Studios in Greenpoint, BK und von Jonas Verwijnen, der die EP in Berlin im Kaiku Studio auch abgemischt hat, produziert und aufgenommen.

 

Die im Süden Bulgariens geborene Boom-Pop-Senkrechtstarterin hat schon lange bevor ihr Album im Kasten war eindrucksvoll bewiesen, dass man sich auch dann über eine Million Views auf YouTube freuen kann, wenn man einfach mal über das Wetter (und Bling) redet: Ihr Netz-Smash „Cash, Diamond Rings, Swimming Pools“, zugleich Titeltrack der später bei Kitsuné erschienenen EP, war schliesslich auch ein Statement über das Klima in Berlin: „Ja, das Leben in Berlin und Westeuropa ganz allgemein basiert zu einem Grossteil auf der Hoffnung auf den nächsten Sommer“, meint Denitza, die 2005 nach Berlin kam, um Medientheorie und Visuelle Kommunikation zu studieren. „Alles wird da reinprojiziert, in dieses bessere Leben, diese besseren Zeiten, die der Sommer dann hoffentlich mit sich bringt.“ Als die View-Zahlen bei YouTube dann rasant in den Hunderttausenderbereich schnellten, wurde sie nicht nur von den grössten Medien – alles von Der Spiegel bis Dazed & Confused – abgefeiert, denn auch live sorgte sie inzwischen für Furore: z.B. beim SXSW-Festival 2013 oder im Vorprogramm von Acts wie Das Racist, Icona Pop und The Whitest Boy Alive (auf deren Alben sie zuvor schon als Gast ausgeholfen hatte).

 

Während der Arbeit an Flash war ihr daher um so wichtiger, sich trotz der ganzen Aufmerksamkeit „weiterhin auf das zu konzentrieren, worum es eigentlich geht“, sagt DENA, die nebenbei auch noch Model-Jobs (z.B. für Carhartt) übernahm. „Ich habe viel über Geduld gelernt in den letzten 12 Monaten. Und, dass das Schreiben von Songs weiterhin der Kern meiner Arbeit sein muss.“ Ihre mit reichlich Bass unterfütterten Beobachtungen und Party-Tracks mit Throwback-Faktor, die während dieser Monate entstanden sind, kehren immer wieder zur Kernfrage des Albums zurück, wie nämlich das Digitale Zeitalter das menschliche Miteinander verändert: „Spannend finde ich zum Beispiel, dass unsere Kapazitäten, was das Verarbeiten von Informationen angeht, anscheinend proportional zu den Speichermedien wachsen“, meint sie. „Vollkommen verrückt, wie schnell wir uns an diese ganzen neuen Rhythmen gewöhnen! Einerseits entstehen so immer neue Möglichkeiten, kreativ zu sein und sich auszudrücken, aber das Zwischenmenschliche, die persönliche Kommunikation ist eben auch davon betroffen. Und was das Flash im Titel angeht, finde ich, dass der persönliche Austausch zwischen Menschen etwas weniger flashy sein könnte. Die Liebe zum Beispiel ist so ein Thema: Wenn dir jemand sagt, dass er dich liebt, kannst du doch nicht einfach weiter auf den Bildschirm starren. Oder glaubst du z.B., das Bild zu liken, das jemand von dem Satz ‘I Love You’ geschossen hat, bedeutet dasselbe wie die Antwort: ‘Ich liebe dich auch’? Um solche Fragen geht’s mir.“ Während die ausgelassenen Beats, deren Grundgerüst sie in der Regel mit MPC und Keyboard selbst bastelt, dafür sorgen, dass derartige Beobachtungen nie allzu ernst oder engstirnig klingen, verhandelt DENA auf Flash eine Reihe von Themen, die ihr am Herzen liegen (oder vor ihrer Haustür zu beobachten sind): Mal geht’s um Freundschaften – „sowohl digitale als auch analoge“, ergänzt sie schnell –, um Vertrauen und Enttäuschung („Games“, „Total Ignore“, „Front Row Girl“), dann wieder um Liebe mit Hindernissen („Bad Timing“) oder auch um Girl-Power, wie im Fall von „You Wish“. Ihr Hang zur Sprache sei so oder so extrem ausgeprägt, und manche Zeilen fallen ihr laut eigener Aussage sogar zusammen mit der geeigneten Melodie ein: „Yeah, wenn die Worte erst mal da sind, dann weiss ich meistens auch schon, wie die Hook dazu klingen muss. Ich schreibe also alles auf, mache dann die Akkordfolge fertig und dann den Beat.“ An besagten Beats, die sie zu Anfang noch komplett im Alleingang programmierte – sie nennt sich seit 2009 DENA, „zunächst hatte aber Denitza noch häufig das Sagen, und den richtigen DENA-Sound gibt’s wohl eher seit Anfang 2011“ –, hat sie für Flash mit ihrem Produzenten Jonas Verwijnen und dem Team der Kaiku Studios gearbeitet: „Jonas hat meine Beats gewissermassen auf den nächsten Level gebracht. Ich hab sie mir ausgedacht und dann hat er sie genommen und dafür gesorgt, dass sie einfach mal extrem viel ‘fetter’ klingen.“ „Überhaupt gibt’s auf dem Album nur eine ‘neue Version’, die anders klingt als die von mir ursprünglich geschriebene. Bei ‘Flash’ nämlich, dem Titelstück, hat mir mein guter Freund Erlend .ye irgendwann geraten, da noch eine Gitarre einzubauen und das Tempo etwas hochzuziehen.“ „Immer noch DIY, aber jetzt mit einem grandiosen Team im Rücken“, wie sie sagt, kann DENA kaum abwarten, dass Flash nun endlich die „Studio-Isolationsblase“ verlässt und auf den Strassen landet: „Ja, als alles im Kasten war, hat sich das wie die Abgabe der Master-Arbeit im Studium angefühlt“, meint sie lachend. „Jetzt heisst es, live alles geben, weiter an meinen Texten, meinem Sound und meiner Vision arbeiten. So zumindest lautet der Masterplan. Die genaue Umsetzung ergibt sich dann eh aus der Situation heraus.“

Das Radio sagt: Die Strassen sind frei für DENA.